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Freitag, 16. August 2013

Catsndogs

Ein weiteres Plakat, welches als Collabo (Junkerjargon: Zusammenarbeit) mit dem Evil Knievel der schweizer Grafik-Szene Amadeus Walthenspühl begann, sich aber im tosenden Sturm von watzlawickschen Kommunikationsverstrudelungen und einem ordentlichen Batzen euphorischem Aneinander-vorbei-Gerede irgendwann so weit verselbstständigt hatte, dass es von mir dann im ehrgeizigen Alleingang voll aufopferungsvoller Hingabe und inbrünstiger Leidenschaft zu etwas verwuselt wurde, von dem wir am Ende eigentlich nurnoch wussten, dass es mit dem Briefing des Kunden überhaupt nichts mehr zu tun hatte. (Ging ursprünglich um Bunte Bohnen auf schwarzem Hintergrund)
Auch Plakatpapa Amadesli höchstselbst war letztendlich nicht mehr ganz so glücklich mit dem Ding, weil das Collabo-Verhältnis mit gefühltem 5% Plakatpapa-Amadesli-Anteil im Endprodukt nicht gerade tufte balanced war. (Aber ich hatte eben ein bisschen mehr Zeit als er und ganz dolle viel Lust!)

Das Plakat wurde dementsprechend auch leider nicht genommen, aber ich hab wirklich batzenhaft Zeit reingebuttert und irgendwie ist es auch ein bisschen wie mein kleiner Posterfötusbabymann. (:

Es geht um Cats n Dogs, die geteert und gefedert werden:



und irgendwie so hat das mal angefangen, früher damals:

geteerte Hunde und Katzen Konzepts

A Poster, which began as a collaboration between the sweet swiss wizzler Amadeus Waltenspühl and me. After a few differences in the expectations of how it will look like, the style in common and a few trouble-woozles in our communication it turned (or i turned it)  into something, which had nothing to do with the customers briefing. 
Its about Cats n Dogs gettin tarred and feathered (:

and then there's a pic of tarred and feathered dogs n cats concepts. Kind of how it started.

Montag, 16. April 2012

besessen von Wurst

"Oh Würmermann. 
ein Wuselmann, der alles kann."

Mit diesen bedeutungsschwangeren Worten, deren ethnische Tragweite schwerer wiegt als das bleierne Joch knüppeldicker Wolkendecken beginnt der epische Jahrtausendroman "Donnerlittchen, mir wuselt derKopf" des Ungarer Literaturtitanen Mettkow Metti, um den es hier aber garnicht geht.

Es geht um Gewusel allererster Güte und - oh meine Güte - Wusel Wusel Gütersloh.

Viel treffender kann ich die neueste Zusammenarbeit zwischen mir und Amadeus dem Guten nicht beschreiben, denn was wir im Laufe der letzten Woche gemeinsam fabriziert haben ist wahrlich und wahrhaftig wuselig. Wann immer das Thema einer seiner Plakat-Aufträge bedäppert genug scheint, wendet sich der gute Amadey an mich, um im homogenen Ringelrein mit meiner Bedäpperthaftigkeit Bedäppertes zu schaffen und an meinem Blumenkohlohr zu naschen.
Thema des Plakats war "Zappel du Wurst", was auf einer Skala von eins bis bedäppert mal mindestens honky tonky funky Monkey ist und den perfekten Nährboden für gemeinsame Schelmereien abgibt.

Da ich die letzten Wochen und Monate die meiste Zeit für Jobs gepinselt habe, war dieses Plakat die gottgleiche Gelegenheit mal wieder richtig krass auszurasten, harten Crack zu wursten, den eigenen Weg zu gehen und dafür sogar einige Cashmäuse abzustauben*
Ich hatte eine Vision. Einem zutiefst persönlichen, inneren Trieb entspringend hatte ich ein glasklares Bild vor Augen, dass es umzusetzen galt und dessem Umsetzung mir schon beim Gedanken daran Aufregung und energische Vorfreude ins Steiß pulste**: ein Kerl, der ne Wurst umarmt. Aber in übertrieben und überhaupt. Der Typ sollte ich sich in surrealen Übertreibungen auflösen, die Grenzen der menschlichen Wahrnehmung ausloten und sich einem psychedelischen Knotenmuster gleich wie die abstrahierte Assoziation eines abstrahierten Typen um die Wurst wuseln. Es sollte die in Strudeligkeit gelöste Essenz eines Typen sein.

Nun zeige ich erstmal das fertige Ergebnis ohne Typo. Im Anschluss werde ich noch ein bisschen über den Prozess, sowie irgendwas anderes sinnieren und das Wort "herumfuhrwerken" benutzen.

für Großansicht klicken

Natürlich gibt es kein jahmadeus-Plakat ohne Typo, schließlich haben die Dinger neben Gaudi-Spaß, Selbstverwirklichung und dem zerdröseln geistiger Stricke auch einen offiziellen Zweck. Wer also geneigt ist, sich das Spektakel plus Typo anzuschauen, klickt auf Herr Knarre, der aus dubiosen Gründen merkwürdig verdreht ist:


und wie immer ist auch ein Flyer mit von der Partie, den ich als Gegengewicht und Atempause ganz ruhig und gesittet angelegt habe:



se Prougress:

Eigentlich begann alles mit Dirk Schulz, vorallem mit seiner Sailor Moon. Ich hab seine Fähigkeiten, Darstellungen jenseits von konventionellen Wahrnehmungsschemata zu arrangieren, hart gefeiert, war begeistert von der geistigen Elastizität, Formen und formale Zusammenhänge derartig flexibel und ungewohnt neuartig zu verdrehen und alles gummitwist-artig ineinander zu verknäueln, dachte mir aber, dass ich das mit ein bisschen Wagemut und einer Priese aufmüpfigem Scheiss-drauf auch könnte und fragte mich, warum  ich überhaupt noch nie so tapfer übertrieben habe.
Die Sehnsucht nach einer Chance für diese Expansion meines gestalterischen Horizonts köchelte beständig und lau in mir, bis das Wurstplakat als Zunder diente und alles explodierte.
begonnen hat alles mit dieser unglaublich hässlichen Skizze, für die ich mich zwar schäme, welche aber auch lediglich dem Zweck diente, dem Amadeus gekoppelt mit großspurigen, ehrfürchtig motivierten Bombardements im Facebook-Chat die Essenz des Vorhabens rüberzubringen. 

Wie nicht anders gewohnt, wusste der gute Amadeus Wuselmann prompt wie der Hase läuft und erwuselte aus der drastisch verkackten Erstlingsskizze einen soliden Mittelstandsentwurf***, auf dessen Basis es mir möglich war, alles wie verrückt auf die flächige Detaildichte vollzuwuseln, wie ich es während mir während meiner Visionen erträumt hatte. Besonders hier wurde mir extrem stark bewusst, wie unfassbar wertvoll die kreative Zusammenarbeit mit einem guten Kerl ist, denn ich glaube, dass ich als Einzelpimpf niemals nicht diesen Wuselgrad erreicht hätte, wenn ich nicht auf den Schultern von Amadeys gestanden wäre, die wiederrum auf meinen Schultern standen, was ziemlich gut verkörpert, wie vertrackt die Sache war. Das gedankenlose, völlig assoziative anreichern der Skizze mit Details und Blödsinn war einer der kostbaren und seltenen Momente, in denen ich ganz und gar mit Allem im Reinen war, in dem ich punktgenau auf den Millistöpsel**** tat, was zu tun ich berufen war und ohne Hast und Sorge Stunden damit verbrachte, einfach nur da zu sein und  im dichten Gestrüpp der kaleidoskopisch verwundenen Gliedmaßen flanieren zu gehen.

auf dem Gedöns hat der Amadey dann eine Ink-Achterbahnfahrt gestartet, die nach eigenen Angaben "brlg! brlg! brlg!" war und Stimmen aus dem Volk zufolge mit "Wo issen da n Gesicht?", "Leute die das sehen, werden nurnoch im Wald leben. Aus Respekt." oder "Scheisse, jetzt aber!" betitelt wurden. Ich glaube mir einbilden zu dürfen, dass mein grenzgängerisches Gewirbel den sonst so aalglatten und abgebrühten Duktus-Großmeister und Lineweight-Wallach A. Waltenspühl ins Schwitzen gebracht und über den Rand seiner riesengroßen Comfort-Zone gepiesackt hat. Was aber schön ist, der ist so gut, der braucht auch mal Herausforderungen, die härter sind als Schuhe binden oder Motorräder und Fliegen inken.

Da seine Inks teils hastig und meine Ansprüche teils krankhaft hoch waren, verbrachte ich noch emsige Stunden damit am Lineart herumzufuhrwerken und manisch, fast fanatisch fleißig am Flow zu feilen. Ich hatte einfach das alles beherrschende Bedürfnis alles in meiner Macht und meinen bescheidenen Fähigkeiten stehende in dieses Werk zu kanalisieren. der langen Lehrzeit meines Lebens ein Denkmal zu setzen, eine Momentaufnahme meiner Gebündelten Fähigkeiten zu manifestieren und als beständig als möglich am Limit meines Könnens zu arbeiten.

Schlußendlich fehlte dem unglaublich dichten, kaum lesbaren Lineart noch die Farbe, der die unglaublich gewichtige Pflicht oblag, zu klären, zu strukturieren und auch in Strudeligkeit ungeschulten Probanden halbwegs deutlich zu machen, was los ist. Wir hatten zwar nie den Anspruch auf eine unmittelbare Leserlichkeit sondern wollten - ganz im Gegenteil - einen tiefen, mehrstöckigen, unkomfortablen Organismus schaffen, der vom Menschenhirni nicht ganzheitlich gefasst werden kann, sondern mit wachem Auge beäugt und aufmerksam zusammenklabustert werden sollte. Wie eine Spielwiese, auf der der Betrachter sich tummeln, wundern und verwirrt sein kann. 
Das merkwürdige war, dass ich genau wusste, wie die Farben zu sein hatten, aber die unüberschaubare Komplexität des Motivs mir die Sicht auf den Einstieg vernebelte und ich erstmal absolut nicht wusste, wie ich da hinkomme. Glücklicherweise habe ich mich durch ein Dickicht von offenen, unvoreingenommen Experimenten und Versuchen hindurch recht rasch zu dem Pfad durchschlagen können, der mich letztendlich und nach vielen vielen Stunden und noch mehr noch mehr Stunden peniblem Rumgecleane zu dem Endergebnis führte, was oben bestaunt, bekrittelt oder schlichtweg neutral und analytisch besehen werden kann.

Für mich war das Plakat eine regenerierende Rückkehr auf meinen ganz eigenen, ungefilterten und uneingeschränkten Weg und gleichwohl eine rauschende Weiterreise in größere, mutigere Gefilde meines gestalterischen Wagemuts in vielerlei Hinsicht. Ich habe viel gelernt und war selten so bezirzt und niemals zuvor so berauscht von einem Bild. besessen von Wurst, quasi.

Zu guter Letzt möchte ich mich noch gänzlich aufrichtig für das unschätzbar wertvolle Privileg bedanken, mit einem so fähigen Knaben wie dem Amadey zusammenwursten zu dürfen.

Danke, du Guter! :)


PS: Wer ein Wurstfan geworden ist, kann hier einen Wurst-Gesicht-Desktop-Hintergrund abstauben.

*für die Strudelkasse
** So muss sich Hildegard von Bingen gefühlt haben, als sie auf die Idee kam, Erde zu essen.
*** klingt schlau und ernst.
**** Einheit, in der mit-sich-selbst-und-dem-Universum-im-Reinen-haftigkeit gemessen wird

Dienstag, 27. September 2011

Dolden im Kopf

Zusammen mit dem guten Amadeus habe ich ein weiteres Plakat gemacht, auch wenn meine Beteiligung dieses mal etwas... punktueller ausfiel, wenn man es diplomatisch ausdrücken will. Ganz undiplomatisch könnte man auch sagen der Amadey hat das Ding fast alleine gemacht.
Weil ich mich dazu berufen fühlte und gut drauf bin, habe ich den Workflow von den ancient Roots bishin zum Endprodukt akribisch dokumentiert:



Wo der grüne Glow und das gelbe Glühen hin sind, weiss ich nicht. Ich werde hart recherchieren und die Antwort dann im Internet veröffentlichen.

SPÄTER: Ich habe hart recherchiert. Das Glowige Grünen ist in einem Handschuhfach in der Nähe von Oregon.

Montag, 6. Juni 2011

Jahmadeus

im vorigen Post habe ich ja schon ausgiebig von meiner Zeit beim Amadeus in der Schweiz erzählt. Deswegen halt ich mich jetzt garnicht mit großartiger Schwafelei auf (ist eh schon lang genug, das Ding), sag ganz kurz was reisserisches und lass dann Bilder sprechen:
 Nach langem Warten ist er endlich da! 

Der epische riesen-Post mit all dem Kram, denn wir in den 3 Wochen zusammen produziert haben. Viel Spaß ihr Schurken!

Klickt auf das verlinkte Bildmaterial, um zu Spaß zu gelangen



PS (psalmodierende Schornsteinfeger): was von wem ist und etwaige andere Fragen, Lob oder Tadel können über die Kommentare gestellt werden. Auf Bald und viel Glück. 

Dienstag, 19. April 2011

die Würze Luzerns


Hui, ich hatte viel um die Ohren, dementsprechend lange ist der letzte Post her. Im letzten viertel Jahr hatte ich mich extrem auf das Vollbartbabyzeug konzentriert, was mitunter auch daran lag, dass mit eben jenem Vollbartbabyzeug vorraussichtlich ein Buch im Unsichtbarverlag erscheinen wird und ich mit eben jenem Vollbartbabyzeug eine Ausstellung auf dem Fumetto Comix Festival in der Schweiz in Luzern hatte, von der ich auch heute erst wieder heimgekommen bin.
Neben dem ganzen künstlerschal-geknebelten en-vogue-sein, dem jovialen Geblubber trendiger Sektschorlen und dem brausenden Walpurgistanz meiner apokalyptischen Vernissage hatte ich uhuere-geile drei Wochen in Luzern, was ich vorallem dem Großmut und der Barmherzigkeit meines lieben Gönners Amadeus Waltenspühl zu verdanken habe.
Amadeus Waltenspühl. Das ist ein Name, der erstmal recht hervorgebrochen und hahnebüchen klingt, doch verbirgt sich darunter ein Genie von einer ehrfurchtgebietenden Größe, die ihresgleichen sucht: schweizer Beatboxmeister, Plakatvirtuose, Grafikmasterabsolvent, Träger des schwarzen Gürtels in Karate und Schwangerschaftsgymnastik, extatischer Kettenraucher, life-Visual-Gigant, Lineflow-Duktus-Ink-Hero-Megaman, guerillia-Schlagzeuger und niemand bindet so oft Schuhe wie er. Ausserdem macht er ziemlich gute Salatsoßen.
Kurz und knapp hat er das wohl wertvollste Gütesiegel verdient, welches zu vergeben ich mächtig bin:

Der Amadey ist ein Guter.

Amadey kontrolliert quasi die komplette luzerner Elektromusik-Unterwelt wie Marlon Brando seinen Schnorres und hat im schaffen von international richtungsweisenden Plakaten seine Passion gefunden. 
Ihr könnt euch also vorstellen, wie sehr ich mich geehrt fühlte, als er mir anbot, seinen aktuellen Plakatauftrag als gemeinsame Collaboration (Trendwort!) zu gestalten. Und, oh ja. Ich hab mir neun mal in die Hose geschissen vor Freude und direkt losgelegt. zwei Nächte später oder so.

Das ist bei der sehr fruchtbaren Zusammenarbeit entstanden: oh würzige Ruchlosigkeit!


 und das ist die Rückseite des dazugehörigen Flyers, die ich so ziemlich alleine machen durfte, weil Amadey eine heisse Liebesnacht der grafischen Arbeit mit überfordernd chaotischer Typo vorzog. Narr.



Im Prinzip war dieses Plakat auch die erste Zusammenarbeit meines Lebens, bei der es darum ging, gezielt auf ein konkretes Endprodukt zuzusteuern. Ich fand es sehr schön zu sehen, wie extrem man das Ergebnis pushen kann, wenn der Input aus zwei kreativen Hirnen weht und letztendlich ein Gesamtwerk entsteht, was ich als einzelnes Hirn so wohl nicht hinbekommen hätte. 

Jetzt kann ich noch ein kleines Doodle (ich wollte schon immer mal "Doodle" schreiben) hinterherschmeissen. inspiriert von den frechen Outlines des allseits gefürchteten amadeischen Brushpens gings mir eigentlich nur darum irgendwas im Amadey-Stil zu zeichnen. Die Typo entstand danach aus Lust und Laune und dem Unwillen schlafen zu gehen.


PS: Danke Amadey.